Ungebetene Gäste

Aus meiner Sicht gibt es nicht viele Tiere, die man als Gartenschädlinge bezeichnen könnte. Die Liste ist momentan sehr kurz und ich hoffe, das sie nicht viel länger wird als jetzt.

Blattläuse

laeuseEs gibt verschiedene Arten von Blattläusen, die sich auf verschiedene Pflanzenarten spezialisieren, aber alle haben gemeinsam, dass sie den Pflanzen die Säfte enziehen. Sie übertragen Viruskrankheiten und durch die Ausscheidung vom Honigtau kommt oft zu Befall durch Rußtaupilz. Natürliche Feinde sind Marienkäfer, Florfliege, Ohrwürmer, Schlupfwespen. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Präparate gegen Blattläuse, ich versuche aber ohne auszukommen. Ich schneide die befallenen Teile der Pflanze raus, oftmals hilft schon das Abspülen der Pflanze mit  einer Schmier-Seife-Lösung.

Fast genauso wirkungsvoll und dabei verträglicher als Seifenlauge ist der Tabaksud. Einfach Tabak aus ein paar Zigaretten in einer alten Pfanne solange aufkochen, bis ein Sud entsteht. Die ausgekochten Tabakreste mit einem Tuch herausfiltern und das braune, stark nach Tabak riechende Wasser abfüllen und anschließend unverdünnt auf die Blattunterseiten sprühen.

Auf dem Foto sehen wir eine Blattlauskolonie, die durch Ameisen besucht und "gemolkt" wird.

Nacktschnecken

Schnecken sind Weichtiere, die mit Muscheln und Tintenfischen verwandt sind! Da sie zu 85% aus Wasser bestehen, müssen sich ständig vor dem Austrocknen schützen. Gehäuseschnecken haben dazu ihre Häuschen. Die Nacktschnecken verstecken sich tagsüber unter der Pflanzen, in der Erde oder in anderen Löchern. Bei Dämmerung kommen sie raus und dann beginnt das grosse Fressen. Sie sind nicht nur gefräßig, sie sind auch viel schneller als man denkt: eine Schnecke schafft in einer Nacht bis 25 m.

Nacktschnecken, vor allem die Spanische Wegschnecke, sind die schlimmsten Biester im Garten. Die fressen alles, außer Unkraut. Wenn sie wenigstens Girsch fressen würden oder Löwenzahn. Aber nein, sie wollen lieber meinen Salat, den ich gerade gepflanzt habe oder meine Blumen, die ich wochenlang zu Hause vorgezogen habe. Und es gibt nichts, was sie wirklich aufhalten würde. Wir wollen aber nicht daran verzweifeln, oder? Auch wenn wir nicht alle Schnecken aus dem Garten rausschmeissen können, es gibt Maßnahmen die etwas helfen:

  • Die wichtigste Maßnahme ist, die natürlichen Feinde der Nacktschnecke zu fördern: Igel, Salamander, Kröten oder Vögel. Die Eier der Nacktschnecke sind auch bei Weinbergschnecken (doch, doch, nicht alle Schnecken sind böse!) und Hundertfüsslern besonders beliebt.

  • Die Schnecken regelmäßig absammeln; besonders die von Natur aus geeigneten Verstecke; Stellen wo es Tagsüber dunkel und feucht bleibt z.B. unter der Blättern von Rhabarber, unter den Blumentöpfen oder hinter der Regenwassertonne. Besonders viele verstecken sich auch im Komposthaufen, dort suche ich immer zuerst. Außerdem können wir auch schnell ein paar Schneckenfallen auslegen z.B. ein paar Holzlatten zwischen die Beete. Es funktioniert! Die beste Uhrzeit ist am Abend; kurz vor der Dämmerung kommen sie raus. Oder direkt nach dem Regen, so lange es noch bewölkt ist. Besonders viele habe ich immer auf meinen Lupinen gefunden. Die gefundenen Schnecken werden dann nach jeweiliger Vorliebe sofort entsorgt! Wobei: lebend über den Zaun schmeissen, hilft nicht!

  • Nach Möglichkeit die Gemüsebeete lieber morgens als Abends giessen und nicht zu dick mulchen.

  • Schneckenzaun um die Beete bauen. Ich denke aber es ist keine so gute Alternative. Die Zäune sind teuer und schützen nur das was innerhalb wächst und der Rest wird weiter von Schnecken verspeist! Und wie sieht es aus? Irgendwie nicht so schön!

  • Bierfallen - ist auch eine Alternative. Der Nachteil: die Nachbarsschnecken kommen auch zu uns, außer das wir die Falle bei dem Nachbar aufstellen. Ich habe gelesen, dass Weizenbier besonders beliebt ist bei den Schnecken. Da gibt es aber bestimmt auch regionale Unterschiede beim Geschmack.

  • Im Blumenbeet bevorzugt Blumen pflanzen, die Schnecken nicht mögen: Fetthenne, Frauenmantel, Lavendel, Störchnabel, Thymian, Tränendes Herz , Sommerastern, Bartfaden, Kapuzinerkresse, Schmuckkörbchen, Nachtkerze, Pfingstrose und auch Gräser und Rosen. Weitere Pflanzen hier.

  • Schneckenkorn, aber dann nur einen wie Ferramol (Wirkstoff: Eisen-III-phosphat), leider werden auch die guten Schnecken betroffen. Ich nehme Schneckenkorn nur zum Schutz von Sätzlingen, so haben sie wenigstens eine Chance groß zu werden.

  • Indische Laufenten, auch Hühner - leider nichts für Kleingärtner! Die Tiere brauchen nicht nur die Schnecken zum Leben sondern auch tägliche Pflege, zusätzliches Futter, frisches Wasser, ein Dach über dem Kopf und im Winter unbedingt Schutz vor der Kälte..

  • Moosextrakt - gibt es zu kaufen, man kann es aber auch selbst erstellen: 40 g. Moos (alle Sorten sind geeignet) im 1 Liter Wasser einen Tag einweichen, durchsieben und damit alles besprühen. Habe noch nicht ausprobiert.

  • Nematoden - nichts für Kleingärtner, etwas kompliziert, Schutz für ca. 5 Wochen. Das habe ich auch nicht ausprobiert.

  • Kaffesatz auf den Boden streuen und Kaffee auf die Pflanzen sprühen - wirkt aber nur bis zum nächsten Regen, dafür freuen sich die Regenwürmer!

  • Gestreute Barrieren wie Branntkalk (Kalkstickstoff), Eierschalen, Sägemehl. Nicht wirklich hilfreich, da so eine Barriere muss mindestens 50 cm breit sein, wo bleibt denn Platz für das Gemüse?

  • Das Neueste: Batteriebetriebene Pflanzenschale mit Elektro-Shock. Über dem Topfboden befinden sich zwei umlaufende Drähte. Wenn eine Schnecke darüber kriecht kriegt sie einen gewischt. Die Frage: ist die Schnecke danach tot oder nur betäubt? Ich habe in der Gartenpresse darüber gelesen und auch ein Foto gesehen. Es stand kein Preis dabei.

  • Schneckenpaste - eine Paste die u.a. Zitronensäure enthält, die Blumentöpfe werden damit rundum bestrichen. Biologisch abbaubar.

 

Ich denke, es gibt es schon eine ganze Reihe von Methoden um die Nacktschnecken zu dezimieren. Aber eins ist noch wichtig: nicht alle Schnecken sind Schädlinge. Es gibt viele Sorten, wie z.B. die Weinbergschnecke oder anderen Landgehäuseschnecken, die durchaus nützlich sind, OK?

Wühlmäuse

Die Wühlmaus ist ein kleines, niedliches Tierchen mit sehr schlechten Gewohnheiten, sie baut untererdische Gänge um besser an die Wurzeln unserer Rosen, Tulpen und anderen Blumen heranzukommen. Der Schaden ist somit doppelt, die Löcher in der Erde und die kaputte Pflanzen und Bäume. Es gibt mehrere Methoden die Mäuse zu bekämpfen. Man kann sie vergiften, mit speziellen Giftködern. Das kommt für mich nicht in Frage. Es gibt Fallen um die Mäuse zu fangen, wenn die Maus in die Falle reingeht dann ist sie in Null Komma Nix mausetot! Die Alternative gefällt mir auch nicht! Noch eine Möglichkeit: sind sogenannte Abwehrpflanzen wie Kaiserkrone oder Knoblauch. Bei mir hat es nicht funktioniert. Vielleich hatte ich zu wenig Knoblauch und Kaiserkronen, aber ich habe lieber einen Kleingarten und keine Knoblauchplantage. Drahtkörbe zum Schutz der Wurzeln, aber der ganzen Garden lässt sich auch nicht verdrahten. Es wurde eine echte Alternative geben: eine Katze. Ich kann aber meine Katzen nicht mal eben vorbeibringen, um ein paar Mäuse zu jagen. Würde leider auch nicht funktionieren. Wirklich schade! Es soll noch eine Möglichkeit geben die Mäuse zu verschrecken: Menschenhaare in die Locher stopfen. Oder das Neueste: die Mäuse mit Topinambur in andere Ecken des Gartens locken.

Möglichkeiten gibt es viele, es wird uns trotzdem nicht gelingen die Mäuse auf Dauer zu vertreiben, ich versuchen ihnen das Leben schwer zu machen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass es Egal ist was ich mache, die Mäuse beobachten mich und lachen sich dabei kaputt!

Zecken

zeckeDie Zecke scheint im Vergleich zu unseren Stechmücken ziemlich ungefährlich und harmlos zu sein. Wenn die Mücken stechen, laufen wir fast Amok und kratzen und kratzen und kratzen. In der Wahrheit sind unsere Stechmücken die Harmlosen und die Zecke das gefährliche Biest. Denn sie saugen unser Blut und das von Tieren, und sind zudem Übertrager von vielen, manchmal schweren Krankheiten. Die Zecken können für den Menschen und auch für Tiere gefährlich sein. Zwei der gefährlichsten Krankheiten für den Menschen sind die Borrelliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), für den Hund die Babesiose und auch die Borrelliose.

Die Zecke lauert überall dort wo es warm und feucht ist, also im hohen Gras, im Gebüsch oder im Unterholz schattiger Wälder, aber auch immer öfter da wo wir sie überhaupt nicht erwarten: in unseren Gärten; und wartet dort - manchmal mehrere Wochen - bis ein Warmblüter vorbeikommt, den sie als Wirt benutzen kann. Da die Zecke mehrere Stunden bis Tage braucht um "satt" oder besser gesagt "voll" zu werden, sondert sie bereits während des Stechens mit ihrem Speichel ein Betäubungsmittel ab, das die Einstichstelle unempfindlich macht, dann wird das Mundwerkzeug mit einer Art Klebestoff fest in der Haut verankert, im Laufe des Saugens wird noch ein gerinnungshemmendes Mittel und ein entzündungshemmender Wirkstoff ausgesondert. Wenn die Zecke vollgefressen ist, fällt sie einfach ab. Manchmal aber, hat sie Pech und wird frühzeitig entdeckt. Dann muss sie unbedingt mit einer Pinzette entfernt werden. Wer sich das nicht zutraut, sollte lieber eine Arzt aufsuchen. Es gibt auch spezielle Pinzetten im Handel zu kaufen, gerade auch für Hunde. In keinem Fall abbrennen oder mit Öl betröpfeln. Die Einstichstelle muss beobachtet werden, im Fall einer Entzündung oder Rötung sofort zum Arzt gehen. Mit einem Zeckenstich ist nicht zum Spaßen!

Leider gibt es keinen sicheren Schutz gegen Zecken. Die im Handel erhältlichen Abwehrmittel wirken eine Weile, auch gegen Stechmücken, sind aber keine 100% Lösung. Ansonsten bleibt nur den Körper Absuchen und die Zecken entfernen. Gegen FSME gibt es eine Impfung, gegen Borreliose noch nicht, aber Achtung! Ist in Arbeit. Bei den Tieren bleibt nur die Abwehr in Form von Halsbändern und dann immer wieder mal das Absuchen. Unser Motto: wir lassen uns nicht aussaugen!

Weitere Infos über Zecken, Krankheiten, Verbreitungsgebiete und Schutz vor Zecken www.zecken.de.

 

Pflanzen gegen Schädlinge

(ohne Gewähr, ich habe nicht alles ausprobiert)

Schnecken:

Zwiebeln, Knoblauch, Salbei, Thymian, Kerbel und Kapuzinerkresse

Wühlmäuse:

Kaiserkrone, Steinklee, Sonnenblumen, Hundszunge, Knoblauch und Kapuzinerkresse

Ameisen:

Lavendel, Kapuzinerkresse, Rainfarn, Majoran, Thymian

Blattläuse:

Kapuzinerkresse, Lavendel, Bohnenkraut

Fliegen:

Basilikum, Rainfarn und Nussbaum

Raupen:

Salbei, Thymian und Ysop

Engerlinge:

Knoblauch

AllgemeineInsekten:

Tagetes, Phlox und Ringelblume