Kräuter

Die hier beschriebenen Kräuter finden sich auch in meinem Garten. Manche sind sehr dekorativ und darauf beschränkt sich auch deren Nutzen, was eigentlich eine Verschwendung ist. Die anderen sind wieder sehr gut zum Würzen geeignet, sind aber mittlerweile vergessen worden. Vielleicht sind die folgenden Informationen hilfreich, um manche Kräuter aufs Neue zu entdecken. Die medizinischen Anmerkungen sind den diversen Quellen der Literatur über Kräuter entnommen und sind rein informativer Natur. Für die Korrektkeit übernehme ich keine Garantie. Die Kräuterseite befindet sich nach wie vor in Arbeit. Es fehlen noch viele Pflanzen und dazu gehörige Photos. Also, Fortsetzung folgt...

Dill Anethum Graveolens

Dill kennt jeder, frische Blätter für Dillsoße zum Fisch, oder reife Samenstände für die Salzgurken. Er ist einjährig, mag leichten, durchlässigen Boden in voller Sonne. Gesät wird vom Frühjahr bis zum Herbst, um laufend frisch ernten zu können. Dill spielt auch eine Rolle in der Mischkultur.

Kulinarisch gesehen ist Dill ein sehr universelles Gewürz, passt zu vielen Suppen, Salaten, Gemüsegerichten, Fleischgerichten und vor allem zum Fisch. Durch sein Aroma verstärkt er den eigenen Geschmack der Gerichte. Auch seine Heilkräfte sind seit dem Mittelalter bekannt: Dilltee oder -öl wirken appetitanregend und helfen gegen Blähungen, Schluckauf und Schlaflosigkeit und was in heutigen Zeiten weniger brauchbar ist: Dill hilft gegen Hexen, leider weiss ich nicht auf welche Weise, schade!

Rezepte: Dillsuppe


Frauenmantel Alchemilla

Der Frauenmantel wird bis ca. 45 cm hoch und hat runde, etwas gefaltete , blaßgrüne Blätter. In den Lappen sammeln sich Tau- und Regentropfen. Den Wassertropfen hat man im Mittelalter "himmlischer Tau" genannt und Heil- und Zauberkräfte zugesprochen. Tatsächlich wird Frauenmantel bei Frauenleiden oder als Mundwasser nach einer Zahnextraktion angewendet.

Der Frauenmantel ist eine winterharte, mehrjährige anspruchlose Staude die in voller Sonne , aber auch im Schatten gut gedeiht, verträgt aber keine Staunässe. Eignet sich auch sehr gut zur Kübelbepflanzung. Er ist resistent gegen Krankheiten, und es sind auch keine Schädlinge bekannt. Blüht vom späten Frühling bis zum Herbst. Durch Selbstaussaat kann er zur Plage werden. Um das zu vermeiden müssen die verblühten Blütenstände unbedingt rechtzeitig abgeschnitten werden. Der Frauenmantel lässt sich sehr einfach durch Teilung vermehren. Kulinarisch hat der Frauenmantel nur als Zutat für Salate eine Verwendung.

Kamille Matricaria chamomilla

Nur die Matricaria chamimilla ist die "echte" Kamille, die seit hunderten von Jahren in der Volksheilkunde benutzt wird. Die Kamille hat eine entzündungshemmende und krampflösende Wirkung, deswegen wird sie innerlich bei Blähungen, Magen- und Darmkrämpfen und Schleimhautentzündungen verwendet. Äußerlich wird sie in Form von Bädern verwendet und für Spülungen und Umschläge zur Behandlung von Wunden und Entzündungen. Selbst in Zeiten der modernen Medizin hat die Kamille nichts an Popularität verloren.

Die Kamille zeigt eine heilende Wirkung auch bei Pflanzen. Sie wird oft als "Arztpflanze" bezeichnet, denn wenn man sie in der Nähe von kränkelnden Pflanzen setzt, hilft sie diese zu kräftigen. Eine Kamillenlösung (600 ml kochendes Wasser auf Handvoll Kamillenblüten) hilft den Sämlingen gegen Fäule.

Die Kamille Matricaria chamimillai st einjährig, ca. 50 cm groß und 10-20 cm breit, sie blüht vom Mai bis September. Geerntet werden die Blütenkörbchen, wenn sie vollkommen offen sind. Man kann sie frisch oder getrocknet verwenden. Sie stellt keine Ansprüche an die Bodenqualität, sie wächst überall, Hauptsache sonnig. Einmal im Garten gesät, wird sie sich weiter von alleine vermehren. In meinem Garten lasse ich sie wachsen wo sie nur will, z. B. in den Erdbeeren, es sieht hübsch aus, beschattet den Boden und die Vögel sehen meine Erdbeeren nicht. Das spart auch ein Netz. Zwischen den Blumen sieht es auch sehr schick aus.

Es gibt auch mehrjährige Kamillensorten wie die Römische Kamille Chamaemelum nobile, oder die Färberkamille Anthemis tinctora. Die Sorten werden aber nur zu Dekorationszwecken genutzt.

Katzenminze Nepeta

Wie der Name schon sagt, ist die Katzenminze bei Katzen besonders beliebt, sie reiben sich an dem Kraut, wälzen darauf, und fressen sogar die Blätter. Das kann ich nur bestätigen, meine Katzen auch.

Es gibt mehrere Arten von Katzenminze, aber nur die Nepeta cataria ist die "echte" Katzenminze, die medizinisch und kulinarisch eine Verwendung findet. Sehr oft findet man getrocknete Blätter von Katzenminze im Katzenspielzeug. In der Küche verwendet man die Blätter als Zutat für Salate. Als Medikament findet sie Verwendung als Tee um das Schwitzen zu unterstützen, und auch bei Erkältungen, Grippe und Kinderkrankheiten. Sie wirkt auch beruhigend auf die Nerven, hilft bei unruhigen Magen, Koliken, Blähungen und Durchfall. In den 60er und 70er Jahren hat man sie wegen angeblicher halluzinogenen Wirkung geraucht.

Die Katzenminze lässt sich durch Samen, Stecklinge aber auch durch Teilung vermehren. Sie mag trockenen, durchlässigen Boden. Schweren Boden mag sie überhaupt nicht, und vor allem keine Staunässe. Nach der Blüte wird sie zurückgeschnitten um neue Triebe zu fördern.

Und alle Katzenliebhaber pflanzen bitte unbedingt die Katzenminze in ihren Garten, so machen sie Ihre Katzen glücklich! Und alle Katzenhasser die Katzenminze im Garten haben, bitte ausgraben und einem Katzenliebhaber schenken, dann sind sie glücklich wenn keine Katze mehr Ihren Garten besucht!

Knoblauch Allium sativum

Knoblauch ist eine der ältesten Nutzpflanzen. Schon die alten Ägypter haben Knoblauch als Medizin und Stärkungsmittel genutzt. Manchmal war die Art der Nutzung, aus heutiger Sicht ganz daneben; z.B. als Mittel gegen Keuchhusten hat man eine Knoblauchzehe in die Schuhe des Kranken gelegt. Naja, und dann noch die Sache mit den Vampiren, aber wie der Film "Tanz der Vampire" zeigt, hat auch nicht immer geholfen. Das macht aber nichts, mittleweile haben wir gelernt wozu Knoblauch wirklich gut ist.

Knoblauch wirkt antibiotisch und antiseptisch, er senkt den Blutdruck und den Cholesterinspiege, und stärkt auch das Immunsystem. Regelmäßig gegessen wirkt er gegen Erkältungen und ist sehr gesund für das Verdauungssystem. Hilft auch bei Insektenstichen und Verbrennungen. Knoblauch ist sehr gesund nicht nur für uns, sondern auch für viele unseren Gartenpflanzen. Z.B. schützt er unsere Erdbeeren und Rosen vor Pilzkrankheiten. Auch Tomaten und Rote Beete mögen Knoblauch in ihrer Nähe. Weiteres zur Mischkultur mit Knoblauch hier.

Der Knoblauch lässt sich relativ einfach kultivieren. Er wird im Herbst oder im Frühling, bis Mitte April, gepflanzt. Einzelne Zehen werden ca. 2,5 cm tief in die Erde gesteckt. Knoblauch wächst am besten im lehmig-humosem durchlässigen Boden, sonnig und windgeschützt. Ich pflanze ihn überall wo Platz ist, und wo die benachbarten Pflanzen ein Vorteil haben, z.B. zwischen den Erdbeeren und in der Nähe von Rosen. So bekommt der Knoblauch zwar nicht immer die idealen Wachstumbedingungen. Er wird etwas kleiner, aromatisch und gesund ist er aber trotzdem. Geerntet wird sobald die oberirdischen Teile absterben und die Farbe verlieren, etwa Ende Juli - Mitte August . Die Knollen werden dann in der Sonne getrocknet und in Zöpfe gebunden.

Für alle die kein Garten haben gibt es die Möglichkeit Knoblauch im Topf auf dem Fensterbank zu kultivieren. Ganz einfach im Frühling ein paar Zehen in einen Topf stecken, regelmäßig mit Flüssigdünger düngen und wie Schnittlauch die Grüne Blätter ernten.

Als Küchengewürz ist Knoblauch durch nichts zu ersetzen, er wird für Fleisch, Fisch, Gemüsegerichte, Soßen, Salate und vieles mehr verwendet. Ein besonderer Genuss sind die eingelegten Knoblauchzehen. Wirklich lecker. Ich persönlich kann mir die Küche ohne Knoblauch nicht vorstellen.

Wie alle wissen hat der Knoblauchgenuss einen Nachteil: Mundgeruch. Es gibt mehrere Methoden ihn zu minimieren z.B. etwas Milch trinken, Petersilie, Basilikum, Minze oder Thymian kauen. Aber ob es hilft? Ich finde, die beste Methode ist, alle müssen Knoblauch essen und so wird für keinen unangenehm.

Lavendel Lavandula

Lavendel ist eine der bekanntesten und beliebtesten mediteranen Pflanzen. Es gibt unzählige Gattungen und Sorten, die meisten in Lila, aber auch in Rosa oder weiß. Es gibt sogar eine gelbe Sorte, es ist die Lavandula viridi. Die Große variiert zwischen 30 und 80 cm. Achtung! Nicht alle Sorten sind winterhart! Der echte Lavendel ist der Lavandula angustifolia.

Der Lavendel mag durchlässige, nicht zu nahrstoffreiche, kalkhaltige Böden, sonnig oder auch halbschattig. Er mag es nicht zu feucht. Um den Lavendel im Form zu halten, wird er zweimal im Jahr zurück geschnitten. Im Frühling, und dann nach der Blüte. Die Vermehrung erfolgt am einfachsten durch Stecklinge. Achtung! Lavendel verträgt das Umpflanzen nicht!

Liebstöckel Levisticum officinale

Der Liebstöckel wird auch Maggikraut genannt. Der Name Liebstöckel hat nichts mit Liebe zu tun, sondern stammt vom latainischen libusticum ligusticum = "Kraut aus Ligurien". Trotz der Verwechslung war er über mehrere hunderte von Jahren als Liebeskraut bekannt. Heutzutage ist er leider fast in Vergessenheit geraten. Schade, der Liebstöckel ist ein sehr aromatisches Gewürz. Im Garten nicht zu übersehen, wird er bis zu 2 Meter hoch. Er ist winterhart, wobei die Oberteile im Winter absterben. Die frischen Blätter des Liebstöckel finden Verwendung in der Küche zum Würzen von Salaten, Suppen und Eintöpfen. Der Geschmack erinnert an den von Sellerie, ist aber schärfer und bitterer.

Der Liebstöckel mag vollsonige oder halbschattige Plätze, bevorzugt feuchten, fruchtbaren und gut durchlässigen Boden. Den Platz muss man sorgfältig wählen, denn Liebstöckel hat wachstumhämmende Stoffe (Saponine) und somit eignet sich nicht für die Mischkultur.

Aus medizischen Sicht hat Liebstöckel eine Verwendung bei Verdauungsproblemen. Achtung! Bei Schwangeren und Nierenkranken darf er nicht angewendet werden!

Mutterkraut Tanacetum parthenium

Der Name ist auf die frühere Verwendung in der Volksmedizin zur Erleichterung von Geburt und Nachgeburt zurückzuführen. Vermutlich stammt Mutterkraut aus Südeuropa, mittleweile ist es fast in der ganzen Welt zu finden. Es ist auch kein Wunder, denn das Kraut vermehrt sich sehr schnell. Einmal im Garten eingesiedelt, vermehrt es sich schnell, lässt sich jedoch gut im Zaum halten. Ist auch sehr dekorativ und blüht von Frühsommer bis zum Spätherbst. Leider ist das Mutterkraut anfällig gegen Läuse. Ich versuche dem Problem entgegen zu wirken in dem ich selbst bei geringem Befall die betroffenen Pflanzen kurz schneide.

Die Pflanze hat auch in der modernen Medizin einen festen Platz, die Blätter des Mutterkrauts vermindern nachweislich das Auftreten von Migräneanfällen, wenn sie über Wochen regelmäßig prophylaktisch eingenommen werden. Im Haushalt haben die Blätter Verwendung als Mittel gegen Motten.

Oregano Origanum vulgare

Oregano, auch wilder Majoran oder Dost genannt, ist eng mit dem echten Majoran Origanum onites verwandt und wird auch oft mit ihm verwechselt. Der Name Oregano kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Schmuck der Berge" wo auch sein Ursprung liegt. Über Italien hat sich Oregano in ganz Europa verbreitet. Im MIttelalter hat man geglaubt, dass Oregano gegen Teufel und Hexerei schützt. Wurde auch als Schutz vor dem Bösen in den Brautschuh gelegt und in den Brautstrauß eingebunden. Heutzutage hat Oregano als Hexenmittel an Bedeutung verloren, dafür hat er als Gewürz eine richtige Karriere gemacht. In der italienischen, spanischen und griechischen Küche ist Oregano durch nichts zu ersetzen. Eine Pizza oder Tomatensoße ohne Oregano? Das ist undenkbar!

Oregano ist winterhart und leich zu kultivieren, lässt sich einfach durch Aussaat vermehren. Manchmal sogar zu leicht, denn wenn er nach der Blüte nicht rechtzeitig zurückgeschnitten wird, wird er sich sehr stark verbreiten. Die beste Zeit für die Ernte ist Mitte August bis Mitte September. Anders als viele andere Kräuter wird Oregano in der Mittagssonne geerntet, zu der Zeit entwickelt Oregano das stärkste Aroma.

Ringelblume Calendula officinalis

Zuerst haben die Inder und Araber die Ringelblume kultiviert, dann wurde sie von den Griechen und Ägyptern entdeckt. In Amerika war Sie das Symbol der aztekischen Liebesgöttin Xochiquetzal. In Europa im Mittelalter wurde sie zum Symbol der Liebe, selbst das Träumen von Ringelblumen bedeutete etwas Gutes.

Die Ringelblume ist einjährig, frosthart und sehr einfach zu kultivieren. Die Samen im Herbst oder Frühling aussäen, dann mit 30-45 cm Abstand auspflanzen. Sie sät sich selbst aus. Ein Rückschnitt ist nicht notwendig, kann jedoch das buschige Wachstum fordern. Das abknipsen der welken Blüten fördert die Bildung neuer Knospen. Leider ist sie anfällig gegen Mehltau. In diesem Fall befallene Teile abschneiden und verbrennen. Auch die Blattläuse können zum Problem werden. In dem Fall schneide ich die Teile auch ab. In vielen Büchern steht, dass die Ringelblume sehr beliebt bei Nacktschnecken wäre, das kann ich nicht bestätigen.

Die Ringelblume hat im Garten eine besondere Rolle, denn sie hat einen festen Platz in der Mischkultur,und ist sehr gesund für den Boden. Deshalb ist sie ein Bestandsteil vieler Gründüngung-Mischungen. Bei mir im Garten hat sie sich sehr verbreitet und wächst fast überall.

Als Heilmittel wurde sie seit hunderten oder vielleicht tausenden von Jahren genutzt. Die Extrakte aus Ringelblumen wurden hauptsächlich zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden, auch entzündlichen Erkrankungen der Haut eingesetzt, weiterhin in vielen kosmetischen Produkten zur Hautpflege. In der Küche ist die Ringelblume nicht sehr verbreitet. Man kann die frischen Blütenblätter zu Salaten oder für Kräuterbutter verwenden, aber auch als Ersatz von Safran zum Färben von Reisgerichten.

Salbei Salvia

Es gibt ca. 750 Sorten von Salbei. Ein-, zwei- oder mehrjährig, groß und klein, mit grünem, rotem oder geflecktem Laub. Die Blüte in blau, rosa, lila, weiß oder rot. Frosthart oder nicht. Am weitesten verbreitet sind der winterharte, eßbare Gartensalbei S. officinalis, der Rote Salbei S. o. purpurescens. und der Annanssalbei S. elegans. Nicht alle Sorten können in der Küche oder für medizinische Zwecke verwendet werden.

Der Name Salvia ist vom lateinischen salveo abgeleitet und bedeutet "ich rette" oder "ich heile". Die Griechen haben den Salbei verwendet um Geschwüre und Schlangenbisse zu behandeln. Bei den Römern galt sie als heiliges Kraut. Auch die Chinesen haben den Salbei sehr geschätzt. In Europa um 1300 wurde gesagt: "Warum soll ein Mensch sterben, der Salbei im Garten hat?"

Die Sorte die ich im Garten habe, ist die Salvia officinalis. Es ist ca 60 bis 70 cm großer Strauch, teilweise verholzt. Er blüht Lila-Blau vom Mitte Mai bis Ende Juni und ist gerade bei Hummeln und Wespen sehr beliebt. Nach der Blüte wird der Strauch um die Hälfte zurückgeschnitten. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder noch einfacher durch Ableger oder unverholzte Stecklinge. Die meisten Sorten bevorzugen einen sonigen, geschützten Platz, vertragen keine Staunässe.

Die Salvia officinalis kann in der Küche verwendet werden z.B. als Gewürz für Fleischgerichte, Wild, Geflügel, Würste, Fischgerichte und Kräuterkäse. Besonders zu fetten Speisen passt der Salbei sehr gut. Er wird nur in kleinen Mengen verwendet. In der Heikunde wird der Salbei u.a. zur Behandlung von Hals- und Zahnschmerzen eingesetzt. Der Salbeitee hilf auch bei übermäßigem Schwitzen.

Achtung! Nicht in großen Mengen oder über längeren Zeitraum einnehmen!

Sauerampfer Rumex acetosa

Den Sauerampfer kennt man als Wildkraut, das man auf der Wiese findet, aber es gab Zeiten, in denen er eine beliebte Gemüsepflanze war. Darüberhinaus hatte er auch Zauberkräfte; als Amulett getragen, sollte der Sauerampfer unfruchtbaren Frauen reichen Kindersegen bringen. Es wäre wirklich schade, wenn der Sauerampfer in Vergessenheit geraten würde. Glücklicherweise hat er einen festen Platz in der Gourmetküche und langsam wird er zu einer "Modepflanze". Als Zutat für Salate, Suppe, oder saure Soße zum Fisch wird er immer populärer.

Ich kultiviere Sauerampfer sein Jahren in meinem Garten. Die Samen habe ich allerdings in Polen gekauft, dort ist er sehr beliebt. Die polnische Sauerampfersuppe ist so lecker! Mittlerweile gibt es die Samen auch in Deutschland zu kaufen und die Kultur ist relativ einfach. Die Aussaat erfolgt dann im Frühjahr auf feuchtem Boden in Reihen, später werden die jungen Pflanzen auf 20 cm vereinzelt. Bei der Bildung von Blüten sollten diese entfernt werden. Der Sauerampfer liebt nährstoff- und stickstoffreiche und lehmige Böden. Die Ernte dauert vom ca. Mai bis zum Herbst, gepflückt werden die jungen, zarten Blätter. Sauerampfer lässt sich gut durch Einfrieren oder Einkochen konservieren. Am besten schmeckt er aber frisch und nur sehr kurz gekocht.

Schnittlauch Allium schoenoprasum

Schnittlauch kennt jeder. Zum würzen für Salate, frische Soßen, Eiergerichte, Suppen und vor allem mit Salz und Pfeffer unter Quark gemischt ist der Schnittlauch nicht zu ersetzen.

Die Kultivierung ist sehr einfach. Ein mal gesäet oder gepflanz wird er über Jahre im Garten wachsen. Hauptsache in der vollen Sonne. Die Vermehrung erfolgt am einfachsten durch Teilung. Geerntet wird ganzjährig, aber nicht während der Blüte. Ich lasse die Blüten etwas länger stehen als empfohlen, etwa bis die Blüten verblassen und etwas austrocknen. Denn die Schnittlauchblüten sind sehr beliebt bei den Hummeln und sie wollen auch mal was leckeres haben. Nachdem sich die Hummeln vollgefressen haben, schneide ich die Blüten ca. 3 cm über der Erde, in wenigen Wochen gibt es frischen Schnittlauch. Lt. Gartenbücher soll der Schnittlauch geteilt und neu gepflanzt werden, meiner wächst schon an der selben Stelle seit ca. 8 Jahren und gedeiht genauso schon wie in den ersten Jahren. Also wer Lust hat, kann umpflanzen, schaden tut es nicht. Und wer Lust hat, kann den Schnittlauch auch im Topf kultivieren. Klappt sehr gut.

Ysop Hyssopus officinalis

Ysop ist sehr beliebt bei Hummeln, Wespen, Bienen und Schmetterlingen und das alleine ist schon Grund genug um Ysop im Garten zu kultivieren. Dazu sieht er richtig gut aus, z.B. im Steingarten oder als Beetumrandung. Eine winterharte Pflanze, bis 80 cm groß, in milden Gegenden immergrün. Am besten gedeiht auf einem sonnigem Platz auf durchlässigem, trockenem Boden. Eignet sich auch für Kübelpflanzung. Zwischen Juni und September blüht er lila oder blau. Um Selbsaussaat zu vermeiden muß er rechtzeitig geschnitten werden. Die Vermehrung ist sehr einfach, z.B. durch Aussaat, Anfang Sommer in erwärmten Boden aussäen. Oder durch Ableger.

Als Gewürzkraut ist Ysop fast vergessen worden. Das Kraut mit seinem Minzegeschmack passt gut zu Wild, Suppen und Eintöpfen. Die Blüten sollen auch sehr gut im Salat schmecken. Der Ysop ist auch gesund. In kleinen Mengen verwendet, fördert er die Verdauung von fetten Gerichten. Schon Hippocrates hat Ysop bei Brustbeschwerden empfohlen und noch heute wird er gegen solche Beschwerden verschrieben. Interessant ist, dass der Schimmel, der sich auf seinen Blättern bildet, Penizillin produziert. Das erklärt auch warum er seit Hunderten von Jahren als Antiseptikum benutzt wurde.