Das Insektenhotel "Gosia's Inn"

Warum ein Insektenhotel? Weil es immer weniger Insekten in unseren Gärten gibt. Sie finden einfach nicht genug geeignete Plätze um ihre Eier zu legen. Mit dem Bau eines Insektenhotels tun wir etwas für die Tiere aber auch gleichzeitig etwas für uns und unsere Gärten. So ein Insektenhaus ermöglicht auch Beobachtungen manchen Bienenarten, die wir sonst niemals zu sehen bekommen. Habt ihr schon Mal eine Blaue Wespe geshen? Ich ja, in meinem Insektenhotel. :-)

Wenn wir wollen, dass unser Insektenhotel gut besucht wird, muss es auch gewissen Standards genügen. Die Kriterien müssen erfüllt werden, da uns sonst keine müde Wildbiene besuchen kommen würde. Wir müssen schon Verpflegung mit Vollpension anbieten. Dafür brauchen wir einen Garten mit vielen Kräutern, Wildpflanzen und einheimischen Sträuchern und Bäumen. Die Lage des Hotels muß sorgfältig ausgesucht werden. Am Besten ist eine sonnige, windgeschützte Ecke. Wir haben ein relativ großes Hotel gebaut. Dafür haben wir sehr viel Baumaterial für die "Zimmer" gebraucht, und auch etwas mehr Arbeit investiert.

Glücklicherweise ist mein Freund handwerklich geschickt, denn alleine hätte ich es bestimmt nicht geschafft. Ich habe gelesen, das es auch kleinere Insektenhotels zum kaufen gibt, aber es wäre doch nicht das gleiche. Ich hoffe nur, das sich bald die ersten Gäste melden und diese dann auch zufrieden sind und etwas Werbung für mich machen.

Und so haben wir unser Insektenhotel gebaut:Das Insektenhotel haben wir wie ein Regal aufgebaut. Etwa 35 cm Tief und zwei Meter hoch.Ein Gerüst mit mehreren Etagen und natürlich überdacht. Für das Gerüst haben wir vier Einschlaghülsen für Kantholzer genutzt. Diese werden etwa 70 cm tief in den Boden geschlagen. Dabei ist darauf zu achten, das alles in der Waage bleibt. Also immer wieder mal ein Brett über die Hülsen legen, und mit einer Wasserwaage überprüfen das man die Hülsen gleichmäßig tief einschlägt. Dann können die Vierkanthölzer in die Hülsen gesetzt werden. Die Querstreben der rechten und linken Seiten dienen gleichzeitig als Auflage für die einzelnen Regalbretter.

Die Dachkonstruktion sorgt dann zusammen mit den Regalbrettern, für die Stabilität des Hotels.

Alles zusammen haben wir etwa 20,- Euro für die Einschlaghülsen und die vier passenden Kantholzer im Baumarkt ausgegeben. Das Dach und die Regalbretter sind aus Restholz entstanden, das sich im Laufe der Zeit im Garten angesammelt hat.

Für den Bau den einzelnen "Zimmer" haben wir verschiedene Materialien verwendet: Stroh, Bambusstäbe, Schilfrohre, morsche Hölzer, Baumstäme, trockene Blütenstände, auch Tonziegel, Baumrinde usw. Wichtig ist, dass die Materialien frei von Holzschutzmitteln und Pestiziden sind. Wir wollen unsere Gäste doch nicht vergiften.
In den dicken Abschnitten der Baumstämme habe ich viele, ca. 2-3 cm tiefe Löcher gebohrt, die Strohballen habe ich mit Kaninchendraht zusammen gebunden. Das Schilfrohr ebenfalls. Die "Zimmer" habe ich dann in den Regalen verteilt.

Bis die Regale voll waren, hat es den halben Sommer gedauert. Das grösste Problem war, genug geeignetes Holz zu finden. Vieles habe ich von Bekannten und Nachbarn bekommen, ein Teil stammt aus meinem Garten. Das ganze Material zu verabeiten war auch nicht einfach. Alleine das Bohren der Löcher hat einige Zeit gedauert. Meistens war es so, dass als ich gerade zwei oder drei Stämme gelöchert habe, dann war der Akku leer. Die Schilfrohre auf Länge zu schneiden und zu binden war auch nicht einfach, ich habe teilweise schon Blasen auf den Fingern gehabt.

Nach mehreren Wochen war es endlich soweit. Die einzelnen Etagen sind eingerichtet. Man muß dabei aufpassen, dass das Gewicht gleichmäßig verteilt und von unten gestützt wird, damit die Regale nicht durchbrechen. Wir haben die zwei unteren Bretter mit Holzbalken gestützt, auf die höhere Etagen haben wir mehrere "Zimmer" aus leichteren Materialien wie Stroh und Schilf hingelegt. Momentan gibt es noch ein paar Lücken. Die werden wir im Laufe der Zeit noch vollstopfen. Dazu nehme ich ausgetrocknete Pflanzenteile z.B. vom Maggikraut oder der Astilbe. In dem untersten Bereich kommen noch ein paar Steine, an den Seiten werde ich vielleicht eine Kletterpfanze einsetzen. So hätten die Insekten dann so eine Art Cafeteria direkt vor der Tür.


Nach einem halben Jahr Leerstand sind dann auch die ersten Gäste eingetroffen.

Und man lernt auch immer etwas dazu. Manche Insektenarten mögen "geschlossene Räume" wie auf dem Bild, andere nicht. Unterschiedlich ist auch die bevorzugte Öffnungsgroesse und das Material, das zum verschliessen dient, genauso wie die Art des Proviants, das eingelagert wird.







Wir waren mal auf der NABU-Station in Wallnau auf Fehmarn. Dort wurden mehrere, exemplarische Insektenhotels gebaut. Dort haben wir ein Paar weitere interessante Infos über Wespen gefunden:

Besiedler

Körpergrösse

Eingetragener Proviant

Art des Nisteverschlusses

Weite des Nisteingang

Mauerbienen

8-14 mm

Pollen (Bauchsammler)

rauher Mörtel

3-7 mm

Scherenbienen

6-10 mm

Pollen (Bauchsammler)

sehr harter Mörtel

3-6 mm

Löcherbienen

ca. 7 mm

Pollen (Bauchsammler)

Harz mit Steinchen

2-5 mm

Blattschneiderbienen

9-12 mm

Pollen (Bauchsammler)

Blattstücke

5-6 mm

Ur- oder Maskenbienen

5-7 mm

Pollen und Nektar (werden am Kropf gesammelt)

seidiges Sekret

2-4 mm

Töpfer-Grabwespen

6-12 mm

Spinnen

rauher Mörtel

3-6 mm

Blattlaus-Grabwespen

5-7 mm

Blattläuse

Harz, oft mit Steinchen oder Spänchen

2-5 mm

Mörtelwespen

8-15 mm

raupenförmige Larven

glatter Mörtel

3-6 mm

Mauer-Lehmwespen

8-15 mm

Blattkäferlarven

glatter Mörtel

3-6 mm

Goldwespen

Gichtwespen

Schlupfwespen

Kein Provianteintrag

kein Nest

Und hier eine Anleitung von NABU:

Sprichwort

Unkraut wächst in jedermanns Garten.