AnmeldenSchließen
| Passwort vergessen?
Kleingaertnerin Logo

Kleingärtnerin Forum

Forum » Kräuter und andere Hexereien » Heimische Liebeskräuter - unsere "Pillen" sind grün! 1
Antwort schreiben
26.07.09 07:31
Dagmar



Antwort schreiben
Heimische Liebeskräuter - unsere "Pillen" sind grün!

Hallöchen ihr Lieben,

nicht alles ist mit dem Forum Natur-Pur im Nirvana verschwunden. einige meiner Beiträge sind abgespeichert, da sie mir auch als Skript-Vorlage für meine Wildkräuter-Kurse dienen

Hier ist er also nun wieder...der Beitrag zu den heimischen Liebeskräutern ...

Da ich mich hauptsächlich mit den (in Deutschland) heimischen Wildkräutern beschäftige, will ich hier einige davon aufzählen, denen ebenfalls luststeigernde Wirkung nachgesagt wird:

Fangen wir mit dem Bärlauch an.



Der Bärlauch galt schon unseren Vorfahren den Germanen und Kelten als Kraftpflanze, da sie in eng in Verbindung mit ihrem Krafttier, dem Bären, brachten. Der Name sagt es deutlich. Der „Lauch des Bären“ verlieh also nicht nur allgemein Bärenkräfte sondern war auch als Aphrodisiakum ein äußerst geschätztes Kräutlein. Das ging sogar soweit, dass er in den Klostergärten des Mittelalters ziemlich verpönt war. Kein „Mönsch“ kann die Libido steigernde Kräuter gebrauchen, wenn er dem Keuschheitsgelübde unterliegt und aller Fleischeslust entsagt hat. Wahrscheinlich geriet aus diesem Grund der Bärlauch und seine Heilwirkung im mittelalterlichen Schrifttum in Vergessenheit oder wurde teilweise sogar als giftig dargestellt. Dass Bärlauch die Libido durchaus fördern kann, leuchtet ein, wenn man seine - inzwischen sogar wissenschaftlich erwiesene - Wirkung betrachtet. Ein wirkungsvoller Inhaltsstoff von Bärlauch ist Adenosin. Bärlauch bestitz sogar einen 20-fach höheren Adenosingehalt als Knoblauch, der ebenfalls als Aphrodisiaka seit langem bekannt ist. Auch Leonhart Fuchs (1501–1566) schrieb in seinem New Kreuterbuch: „Knoblauch macht Neygung zum Schlaff und Lust zu den ehelichen Wercken.“ Adenosin erweitert die peripheren Gefäße, verbessert somit die Fließgeschwindigkeit des Blutes und steigert die Gesamtdurchblutung des Körpers in allen Regionen. Gut durchblutete Genitalien sind nun mal bei Mann sowie Frau Voraussetzung, dass es mit der körperlichen Liebe klappt.

Liebe Grüße
Dagmar
__________________________________________________________________
Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind

26.07.09 07:42
Dagmar



Antwort schreiben
Re: Heimische Liebeskräuter - unsere "Pillen" sind grün!

Ein weiteres, schon in alten Kulturen bekanntes Liebeskraut, ist der Beifuss


Die Germanen verwendeten ihn, um damit ein Bockbier herzustellen, das stark berauschende und aphrodisische Wirkung zeigte. Als gehörntes Symboltier repräsentiert der Ziegenbock in vielen Kulturen Männlichkeit, überschäumende Lebenskraft und große sexuelle Potenz. Ziemlich eindeutig also, was das „Bock“- Bier bewirken sollte… Das „Bockbier“, wie wir es heute kennen (Einbock, Doppelbock usw.), hat seinen Namen nicht vom (Ziegen-) Bock sondern vom Ort seines Ursprungs, der Stadt Einbeck in Niedersachsen. In der bayrischen Mundart verballhornt wurde mit der Zeit aus „Einbeck-Bier“ die Bezeichnung „Bockbier“.

Überliefert ist aber durch Berichte römischer Geschichtsschreiber, denn die Germanen kannten leider keine Schriftzeichen, dass die nordischen Völker „Biere“ aus vergorenem Brot brauten und Saufgelagen sehr zugetan waren. Diese Gebräue unserer Vorfahren wurden mit allerlei den Rausch noch verstärkenden Kräutern versetzt…unter anderem war es durchaus üblich Bilsenkraut zuzugeben. Wolf-Dieter Storl, Ethnobotaniker, der sich auch recht intensiv mit den Bräuchen von Germanen und Kelten befasst, schreibt davon sehr interessant und ausführlich ….auch davon, dass diese Biere nicht nur den Rausch, sondern eben auch den Trieb steigern sollten und als „Bockbiere“ bezeichnet wurden…Lustig finde ich aber schon, dass auf vielen Etiketten vom heutigen Bockbier der Ziegenbock, das Symboltier für Sexualität, Wollust und Fruchtbarkeit von Germanen und Kelten, abgebildet ist. Der obszöne Ausdruck „bocken“ hat mit Sicherheit seinen Ursprung irgendwo daher….

In Griechenland wird er noch heute als aphrodisischer Tee getrunken. Artemisia (aus dem griechischen stammend) ist der Gattungsname des Beifusses, benannt nach der Göttin Artemis, der Heil und Leben spendenden Erdenmutter, die nicht umsonst auch als Schutzgöttin der Hebammen und Gebärenden gilt. So wird auch der Beifuss häufig als „Mutter aller Kräuter“ bezeichnet und wurde seit Urzeiten als Heilkraut besonders in der Frauenheilkunde eingesetzt, denn er hat anregende und entkrampfende Wirkung besonders bei Menstruationsbeschwerden und während der Geburt. Frau hat mit Sicherheit wenig „Bock auf Sex“, wenn der Unterleib verkrampft ist und schmerzt.
Heute wissen wir, dass Beifuss Inhaltsstoffe enthält, die zu den sogenannten Phytohormonen zählen. Ein Beifuss-Tee regt durchaus Östrogen- und Gestagenproduktion an, fördert somit Eisprung und Menstruation. Bekannt und berüchtigt ist allerdings auch seine abortive Wirkung. In den ersten Monaten der Schwangerschaft ist daher von einer Anwendung dringend abzuraten.

Liebe Grüße
Dagmar
__________________________________________________________________
Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkan

26.07.09 08:07
Dagmar



Antwort schreiben
Re: Heimische Liebeskräuter - unsere "Pillen" sind grün!

Bier, so wie wir es heute kennen, soll ja sogar die Lust beim Manne dämpfen.
Das wiederum wird dem Hopfen zugeschrieben.



Hopfen ist durchaus als Anaphrodisiakum beim Mann bekannt, während es wegen seiner östrogenähnlichen Wirkung bei Frauen sogar die Libido steigert. Hopfen als Zutat beim Bierbrauen haben wir ebenfalls den Mönchen zu verdanken. Die armen Brüder waren anscheinend ständig bestrebt, die Fleischeslust
dämpfende Mittelchen herzustellen, um ja ihr Keuschheitsgelübde einhalten zu können…


Liebe Grüße
Dagmar
__________________________________________________________________
Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind

26.07.09 08:25
Dagmar



Antwort schreiben
Re: Heimische Liebeskräuter - unsere "Pillen" sind grün!

Eine vielen als Heilpflanze unserer Regionen sehr wenig geläufig ist der Wiesen-Bärenklau.



Der als aphrodisierend wirkende chinesische Ginseng ist wohl jeden bekannt, doch kaum einer weiß, dass wir in der Wurzel des Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) ein nicht weniger potentes Aquivalent, direkt auf den heimischen Wiesen wachsend, haben. Unser „europäischer Ginseng“ enthält u.a. testosteronähnliche Phytohormone, die dem Mann ziemlich auf die Sprünge helfen. Beide Wurzeln sehen sich sogar optisch ziemlich ähnlich. Wahrscheinlich leitet sich die Silbe "bär" beim Wiesenbärenklau von „gebären“ ab. Überliefert ist jedenfalls, dass diese Pflanze volksheilkundlich u.a. gegen Frauenbeschwerden eingesetzt wurde. So soll sie z.B. die Menstruation regulieren. Dr. Carl Heinigke schreibt 1880 in dem von ihm verfassten „Handbuch der homöopathischen Arzneiwirkungslehre“ von Heracleum: "Es hat eine hervorragende Wirkung auf die Verdauungsorgane, ferner wirkt es auf die Geschlechtsorgane und auf die Haut." Etwas aufpassen sollte man bei der Anwendung von Wiesen-Bärenklau aber schon, denn die enthaltenen Furocumarine können auf der Haut allergische Reaktionen, die sogenannte Wiesendermatitis, hervorrufen.

Die gute, alte Brennnessel




Die aus den Blüten der weiblichen Brennnessel (Urtica urens) hervorgehenden Samen galten schon bei den Römern als Aphrodisiakum. Auch der griechische Dichter Ovid wusste bereits vor 2000 Jahren von deren Wirkung zu berichten. Sie sollen regenerierend sowie stimulierend wirken und auch die Gebärmutter öffnen. Heute weiß man: Brennnesselsamen enthalten Phytohormone, wirken allgemein stärkend, regen die Körperfunktionen an und wirken tonisierend.. Eine weitere, etwas rabiat anmutende, aber häufig praktizierte Anwendung war das Auspeitschen mit Brennnesseln. Dieses als Urtikation bezeichnete Verfahren soll nicht nur rheumatische Beschwerden gelindert, sondern auch die Errektionsstörung so manches Mannes behoben haben. Bei Frauen sollen mit dem lusterregenden Effekt der Urtikation noch größere Erfolge erzielt worden sein. Übrigens wurde das nicht nur bei Menschen angewandt, sondern die Bauern trieben mit der Urtikation müde Hengste zum Deckakt an. Auch dem Futter beigemischt sollten sie den Hengst feurig und temperamentvoll gemacht haben. Na, wer weiß, vielleicht wird ja so mancher Mann von Brennnessel-Spinat auch zum feurigen Hengst. Immerhin sagt der Volksmund:“ Gib brennende Nesseln dem Mann, damit sein Frau sich freuen kann.“

LG
Dagmar
__________________
Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sin

Editiert am 26.07.09 08:35

26.07.09 08:34
Dagmar



Antwort schreiben
Re: Heimische Liebeskräuter - unsere "Pillen" sind grün!

Petersilie-Suppenkraut wächst in unsrem Garten…



Bereits im Mittelalter galt die Petersilie als Hexenkraut und aphrodisisch wirkende Pflanze. Der Straßennahme „Petersiliengasse“ oder auch „Peterlesgässchen“ war ein deutlicher Hinweis darauf, dass hier Prostituierte ihrem Gewerbe nachgingen. Mehrere Sprichworte sind bekannte, die ebenfalls auf die Wirkung der Petersilie hinweisen. Aus Frankreich stammt folgernder Spruch: "Si la femme savait ce que le persil vaut à l'homme, elle irait en chercher jusques à Rome." …übersetzt bedeutet das sinngemäß: „Wenn die Frau wüsste, wie gut Petersilie für den Mann ist, sie würde bis nach Rom gehen, sie zu suchen.“ Petersilie enthält Apiol, welches eine leichte örtliche Reizung der Harnwege verursacht – was bei Männern durchaus zu längeren Reflex-Erektionen führen kann. Außerdem wirkt es auf IHN anregend und macht sinnlich. Auch der überlieferte Brauch der „Petersilienhochzeit“, die man nach 12,5 Jahren Ehe feiert, spielt auf die aphrodisische Wirkung an. Es ist Brauch, den Eheleuten an diesem Tag einen Strauß Petersilie zu schenken. Wohl soll die Kraft dieses Kräutleins die inzwischen etwas eingerostete eheliche Zweisamkeit wieder beleben
Bei Frauen hatte Petersilie wegen ihrer Wirkung aber leider auch einen zweifelhaften Ruf, denn es wurde in hoher Konzentration, welche nachweislich eine zusammenziehende Wirkung auf die Gebärmutter hat und die Periodenblutung auslöst, zur Abtreibung missbraucht. Besonders in den ersten Monaten der Schwangerschaft wird daher von dem übermäßigen Genuss der Petersilie abgeraten. Deutlich wird die durchaus unterschiedliche Wirkung der Petersilie bei Weiblein und Männlein in einem weitern Spruch…
„Petersilie bringt den Mann aufs Pferd und die Frau unter die Erd“. Wo beim Mann Petersilie zur Steigerung der Potenz angewandt wurde, kosteten gefährliche Abtreibungen damit so mancher Frau das Leben.

Liebe Grüße
Dagmar
__________________________________________________________________
Unkraut nennt man die Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind

26.07.09 20:57
Christian



Antwort schreiben
Re: Heimische Liebeskräuter - unsere "Pillen" sind grün!

Na dann kann ja nix mehr passieren



LG Christian

Antwort schreiben 1